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Was kostet eine Wirtschaftsprüfung im Mittelstand?

Welche Faktoren das Honorar einer Abschlussprüfung bestimmen – und wie Unternehmen den Prüfungsaufwand durch gute Vorbereitung beeinflussen können.

Die Frage nach den Kosten einer Wirtschaftsprüfung lässt sich nicht mit einem pauschalen Betrag beantworten. Zwei Unternehmen mit vergleichbarem Umsatz können einen deutlich unterschiedlichen Prüfungsaufwand verursachen.
Entscheidend sind nicht nur Bilanzsumme und Unternehmensgröße, sondern insbesondere Komplexität, Organisation des Rechnungswesens, vorhandene Prozesse, Anzahl der Gesellschaften und Standorte sowie die Qualität der vorbereiteten Abschlussunterlagen.
Deshalb sollte das Honorar einer Abschlussprüfung auf Basis des erwarteten Prüfungsumfangs und des tatsächlich erforderlichen Ressourceneinsatzes geplant werden.

Gibt es einen festen Preis für eine Abschlussprüfung?

Nein. Für eine Abschlussprüfung gibt es keine allgemeine gesetzliche Preistabelle, aus der sich das Honorar allein anhand von Umsatz oder Bilanzsumme ablesen lässt.

Das Prüfungshonorar orientiert sich vielmehr am Umfang und an der Komplexität des jeweiligen Prüfungsauftrags.

Für gesetzliche Abschlussprüfungen gelten zudem berufsrechtliche Anforderungen an die Vergütung. Das Honorar darf insbesondere nicht vom Prüfungsergebnis oder von zusätzlichen Leistungen für das geprüfte Unternehmen abhängig sein. Auch muss der Prüfungsauftrag mit angemessenem Zeit- und Personaleinsatz durchgeführt werden können.

Nicht die Unternehmensgröße allein bestimmt die Prüfungskosten – entscheidend ist, wie aufwendig sich das Unternehmen tatsächlich prüfen lässt.

Unternehmensgröße und Geschäftstätigkeit

Umsatz, Bilanzsumme und Anzahl der Geschäftsvorfälle beeinflussen den Umfang der zu prüfenden Daten und Positionen. Entscheidend ist aber auch, wie komplex das Geschäftsmodell dahinter ist.

Qualität von Buchhaltung und Jahresabschluss

Vollständige, abgestimmte und nachvollziehbar dokumentierte Abschlussunterlagen reduzieren Rückfragen und Nacharbeiten. Ungeklärte Differenzen oder fehlende Abstimmungen erhöhen dagegen regelmäßig den Prüfungsaufwand.

Interne Prozesse und Kontrollen

Gut dokumentierte und verlässlich funktionierende Prozesse können eine effizientere Prüfungsplanung ermöglichen. Fehlen klare Abläufe oder Kontrollen, sind häufig zusätzliche Prüfungshandlungen erforderlich.

Standorte und Gesellschaftsstruktur

Mehrere Standorte, Tochtergesellschaften, Beteiligungen oder konzernähnliche Strukturen erhöhen regelmäßig die Komplexität der Prüfung.

Branche und besondere Sachverhalte

Vorratsintensive Unternehmen, Projektgeschäft, komplexe Finanzierung, internationale Sachverhalte oder besondere regulatorische Anforderungen können zusätzlichen Prüfungsaufwand verursachen.

Digitalisierung und Datenqualität

Strukturierte digitale Daten, klar definierte Ansprechpartner und eine geordnete Bereitstellung der Prüfungsunterlagen können den Ablauf erheblich vereinfachen.

Die wichtigsten Kostenfaktoren

Wie entsteht ein Prüfungshonorar?

 

Vor Beginn der Prüfung sollte der voraussichtliche Aufwand möglichst konkret eingeschätzt werden. Typischerweise erfolgt die Planung in vier Schritten.

 

1

Unternehmen verstehen

 

Zunächst betrachten wir Größe, Geschäftsmodell, Gesellschaftsstruktur, Branche und organisatorische Besonderheiten des Unternehmens.

 

2

Prüfungsumfang einschätzen

 

Anschließend beurteilen wir, welche Jahresabschlussbereiche und Prozesse voraussichtlich besondere Prüfungsschwerpunkte bilden und welche Unterlagen zur Verfügung stehen.

 

3

Ressourcen planen

 

Daraus ergibt sich, welche Mitarbeiterqualifikationen und welcher zeitliche Einsatz für die Prüfung erforderlich sind.

 

4

Honorar abstimmen

 

Auf Basis des erwarteten Prüfungsumfangs kann das Honorar transparent vereinbart und der Prüfungsablauf zeitlich geplant werden.

 

Warum ähnlich große Unternehmen unterschiedlich viel zahlen können

Unternehmen A und Unternehmen B können denselben Umsatz und dieselbe Bilanzsumme haben – und trotzdem einen deutlich unterschiedlichen Prüfungsaufwand verursachen.

Beispiel:

Unternehmen A verfügt über eine weitgehend automatisierte Buchhaltung, abgestimmte Konten, klare Verantwortlichkeiten und digital verfügbare Nachweise.

Unternehmen B hat mehrere Vorsysteme ohne saubere Abstimmung, offene Kontendifferenzen, fehlende Dokumentationen und zahlreiche Unterlagen, die erst während der Prüfung zusammengestellt werden.

Obwohl beide Unternehmen wirtschaftlich ähnlich groß sein können, wird die Prüfung bei Unternehmen B regelmäßig mehr Zeit und Abstimmung benötigen.

Welche Unterlagen beeinflussen den Aufwand besonders?

Ein wesentlicher Teil der Effizienz einer Abschlussprüfung hängt von der Vorbereitung des Jahresabschlusses ab.

Typischerweise sollten unter anderem strukturiert vorliegen:

– final abgestimmte Summen- und Saldenlisten
– Kontennachweise und Abstimmungen
– Debitoren- und Kreditorenlisten
– Bank- und Darlehensunterlagen
– Anlagenbuchhaltung
– Inventurunterlagen
– Verträge zu wesentlichen Geschäftsvorfällen
– Rückstellungsberechnungen
– gesellschaftsrechtliche Unterlagen
– Dokumentationen wichtiger Prozesse und Kontrollen.

Je weniger Zeit während der Prüfung für fehlende Unterlagen und ungeklärte Differenzen verloren geht, desto effizienter kann der Prüfungsauftrag bearbeitet werden.

Muss eine Wirtschaftsprüfung aufwendig sein?

Nicht zwingend. Ein erheblicher Teil des Aufwands hängt davon ab, wie gut Buchhaltung, Jahresabschlussunterlagen und interne Prozesse vorbereitet sind.

Klare Zuständigkeiten, strukturierte Datenanforderungen und digitale Bereitstellung von Unterlagen können den Prüfungsprozess deutlich effizienter machen.

Bei KJP versuchen wir deshalb, Datenanforderungen frühzeitig abzustimmen und Prüfungsschritte möglichst digital vorzubereiten.

Abschluss frühzeitig vorbereiten

Konten und Nebenbücher sollten möglichst bereits vor Beginn der Prüfung vollständig abgestimmt sein.

Unterlagen strukturiert bereitstellen

Eine zentrale digitale Bereitstellung vermeidet E-Mail-Ketten und wiederholte Anforderungen.

Verantwortlichkeiten festlegen

Feste Ansprechpartner für Buchhaltung, Personal, Finanzierung und weitere Prüfungsbereiche verkürzen Abstimmungswege.

Fragen frühzeitig klären

Komplexe Bilanzierungsfragen sollten möglichst nicht erst während der eigentlichen Abschlussprüfung diskutiert werden.

Prüfungsfeststellungen nutzen

Wiederkehrende Rückfragen aus früheren Prüfungen lassen sich häufig durch verbesserte Prozesse dauerhaft vermeiden.

Wie können Unternehmen Prüfungskosten beeinflussen?

Warum der Preis allein nicht über die Wahl des Abschlussprüfers entscheiden sollte

Bei einer Abschlussprüfung sollte nicht allein der angebotene Preis ausschlaggebend sein.

Entscheidend sind auch Branchenerfahrung, Kontinuität des Prüfungsteams, Qualität der Kommunikation, digitale Arbeitsweise und die Fähigkeit, den Prüfungsprozess realistisch zu planen.

Ein vermeintlich niedriges Ausgangshonorar hilft wenig, wenn Anforderungen unklar bleiben, Unterlagen mehrfach angefordert werden oder der Prüfungsprozess unnötig lange dauert.

Gleichzeitig muss das Honorar dem notwendigen Prüfungsaufwand angemessen sein. Die Wirtschaftsprüferordnung stellt deshalb ausdrücklich Anforderungen an eine angemessene zeitliche und personelle Ausstattung gesetzlicher Abschlussprüfungen.

Pauschalhonorar oder Abrechnung nach Aufwand?

Wie ein Prüfungshonorar konkret vereinbart wird, hängt vom Auftrag und von der Planbarkeit des Prüfungsumfangs ab.

Bei gut einschätzbaren Verhältnissen kann eine klare Honorarvereinbarung hohe Planungssicherheit schaffen. Bei außergewöhnlichen oder erst während der Prüfung erkennbaren zusätzlichen Sachverhalten sollte zugleich geregelt sein, wie zusätzlicher Aufwand behandelt wird.

Wichtig ist deshalb vor allem eine transparente Abstimmung vor Beginn der Prüfung.

Was Unternehmen vor einem Honorarangebot bereitstellen sollten

Damit ein Wirtschaftsprüfer den voraussichtlichen Aufwand realistisch einschätzen kann, helfen bereits einige grundlegende Informationen:

– letzter Jahresabschluss
– aktuelle BWA beziehungsweise Summen- und Saldenliste
– Umsatz und Bilanzsumme
– Mitarbeiterzahl
– Anzahl der Gesellschaften und Standorte
– eingesetzte ERP- und Buchhaltungssysteme
– Branche und Geschäftsmodell
– bisherige Prüfungserfahrung
– besondere Geschäftsvorfälle im laufenden Geschäftsjahr.

Auf dieser Grundlage lässt sich häufig bereits gut einschätzen, wie umfangreich die Prüfung voraussichtlich wird.

Transparente Prüfungsplanung

Wir stimmen Umfang, Zeitplan, Unterlagen und Ansprechpartner frühzeitig mit dem Unternehmen ab.

Digitale Datenbereitstellung

Prüfungsunterlagen werden möglichst strukturiert und digital bereitgestellt und verarbeitet.

Feste Ansprechpartner

Klare Zuständigkeiten und kurze Kommunikationswege reduzieren unnötige Abstimmungen.

Mittelstandsorientierter Prüfungsansatz

Prüfungsumfang und Organisation richten wir an Größe, Struktur und tatsächlichen Risiken des Unternehmens aus.

Planbare Zusammenarbeit

Ziel ist ein Prüfungsprozess, bei dem Unternehmen frühzeitig wissen, welche Unterlagen wann benötigt werden und wie der Ablauf organisiert ist.

Was KJP für eine effiziente Abschlussprüfung wichtig ist

Ihre Ansprechpartnerin

Elisabeth Turac
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH)
Wirtschaftsprüferin
Steuerberaterin

Fon: 05241.40307-0
turac(at)kjp-web.de

Sie möchten die Kosten Ihrer Abschlussprüfung einschätzen?

Senden Sie uns einige Eckdaten zu Ihrem Unternehmen. Wir besprechen mit Ihnen den voraussichtlichen Prüfungsumfang und entwickeln einen effizienten Prüfungsablauf. Für eine erste Einschätzung reichen in der Regel einige Eckdaten wie Umsatz, Bilanzsumme, Mitarbeiterzahl, Gesellschaftsstruktur und der letzte Jahresabschluss.

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