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Unternehmensnachfolge im Mittelstand: planen, bewerten und steuerlich gestalten

Warum Unternehmer frühzeitig beginnen sollten und wie Bewertung, Nachfolgemodell, Steuern und Vermögensstruktur zusammenspielen.

Eine Unternehmensnachfolge entsteht selten mit einer einzigen Entscheidung. Sie ist ein Prozess, bei dem unternehmerische, persönliche, rechtliche und steuerliche Fragen zusammenkommen.
Soll das Unternehmen innerhalb der Familie übertragen werden? Kommt ein Management-Buy-out infrage? Oder ist ein Verkauf an einen externen Käufer die bessere Lösung? Wie viel ist das Unternehmen überhaupt wert – und wie lässt sich die Übergabe finanzieren?
Je früher diese Fragen geklärt werden, desto größer sind die Gestaltungsmöglichkeiten. Das gilt insbesondere für steuerliche Strukturen, die Unternehmensbewertung und die Vorbereitung des Betriebs auf eine Übergabe oder einen Verkauf.

Warum Unternehmensnachfolge frühzeitig geplant werden sollte

Unternehmer beschäftigen sich häufig erst dann intensiv mit ihrer Nachfolge, wenn ein konkreter Übergabezeitpunkt näher rückt.

Viele Entscheidungen lassen sich dann zwar noch treffen – die Zahl der möglichen Gestaltungen kann jedoch deutlich kleiner sein.

Eine frühzeitige Planung schafft insbesondere Zeit für:

– die Entwicklung eines geeigneten Nachfolgemodells
– die Vorbereitung eines potenziellen Nachfolgers
– die Optimierung von Gesellschafts- und Vermögensstrukturen
– eine belastbare Unternehmensbewertung
– steuerliche Gestaltungen
– die Vorbereitung auf einen möglichen Unternehmensverkauf
– die Sicherung der privaten Alters- und Vermögensplanung.

Unternehmensnachfolge ist kein Termin – sondern ein mehrjähriger Gestaltungsprozess.

Familieninterne Nachfolge

Das Unternehmen wird an Kinder oder andere Familienangehörige übertragen. Dabei müssen Unternehmensführung, Eigentum, Versorgung des bisherigen Unternehmers und eine faire Vermögensverteilung innerhalb der Familie miteinander abgestimmt werden.

Management-Buy-out

Führungskräfte oder Mitarbeiter übernehmen das Unternehmen. Neben der Bewertung stellt sich dabei insbesondere die Frage nach Finanzierung und zukünftiger Beteiligungsstruktur.

Verkauf an einen externen Käufer

Gibt es innerhalb der Familie oder des Unternehmens keinen geeigneten Nachfolger, kann der Verkauf an einen strategischen Käufer oder Investor die sinnvollste Lösung sein.

Kombination verschiedener Modelle

Auch Mischformen sind möglich – etwa eine schrittweise Beteiligung des Nachfolgers, der teilweise Verkauf von Anteilen oder eine Übergabe von Führung und Eigentum zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Die erste Frage: Was soll mit dem Unternehmen langfristig passieren?

Was ist mein Unternehmen wert?

Ohne Vorstellung vom Unternehmenswert lässt sich eine Nachfolge kaum sinnvoll gestalten.

Der Unternehmenswert beeinflusst unter anderem:

– Kaufpreisvorstellungen
– Finanzierung einer Übernahme
– Ausgleich zwischen Familienmitgliedern
– Schenkung- und Erbschaftsteuer
– Altersversorgung des bisherigen Unternehmers
– Beteiligungsquoten zukünftiger Gesellschafter.

Bei der Bewertung ist zwischen unterschiedlichen Zielsetzungen zu unterscheiden. Ein steuerlicher Wert muss beispielsweise nicht mit einem am Markt erzielbaren Kaufpreis identisch sein.

Unternehmenswert ist nicht gleich Kaufpreis – und steuerlicher Wert ist nicht automatisch Marktwert.

Steuerliche Gestaltung der Unternehmensnachfolge

Gerade bei familieninternen Übertragungen kann die steuerliche Struktur erheblichen Einfluss darauf haben, wie viel Unternehmensvermögen tatsächlich in der nächsten Generation erhalten bleibt.

Für begünstigtes Betriebsvermögen sieht das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht unter bestimmten Voraussetzungen weitreichende Verschonungsregelungen vor. Die Regelverschonung beträgt grundsätzlich 85 Prozent; unter strengeren Voraussetzungen kann eine Optionsverschonung von 100 Prozent in Betracht kommen. Die Regelungen sind unter anderem von der Zusammensetzung des Betriebsvermögens, Lohnsummen und Behaltensfristen abhängig. Für größere Erwerbe ab 26 Mio. Euro gelten besondere Regeln.

Ob und in welchem Umfang diese Begünstigungen genutzt werden können, sollte vor einer Übertragung geprüft werden. Gerade Verwaltungsvermögen, Finanzmittel, Beteiligungsstrukturen oder bereits geplante Veränderungen können Einfluss auf die steuerliche Behandlung haben.

Schenken oder erst später vererben?

Eine Unternehmensnachfolge muss nicht erst im Erbfall stattfinden.

Eine lebzeitige Übertragung kann unter anderem ermöglichen, den Nachfolger schrittweise einzubinden, Vermögenswerte frühzeitig zu übertragen und persönliche sowie steuerliche Gestaltungsspielräume zu nutzen.

Persönliche Freibeträge unterscheiden sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis. Beispielsweise beträgt der Freibetrag für Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner derzeit 500.000 Euro und für Kinder 400.000 Euro. Mehrere Erwerbe derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden für die Erbschaft- und Schenkungsteuer zusammengerechnet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine frühzeitige Schenkung automatisch steuerlich besser ist. Unternehmenswert, Altersversorgung, Kontrollrechte, Familienkonstellation und die zukünftige Entwicklung des Betriebs müssen gemeinsam betrachtet werden.

Nicht nur Steuern: Der bisherige Unternehmer muss wirtschaftlich abgesichert bleiben

Eine steuerlich günstige Übertragung ist wenig hilfreich, wenn sie die persönliche wirtschaftliche Sicherheit des bisherigen Unternehmers gefährdet.

Deshalb sollte eine Nachfolgeplanung auch klären:

– Welche privaten Einkünfte werden nach der Übergabe benötigt?
– Soll der Unternehmer weiterhin beteiligt bleiben?
– Sind Kaufpreisraten oder Versorgungsleistungen vorgesehen?
– Welche Immobilien und sonstigen Vermögenswerte gehören zum Unternehmen?
– Welche Vermögenswerte sollen innerhalb der Familie ausgeglichen werden?
– Wie viel Einfluss soll der bisherige Unternehmer künftig noch haben?

Steuerliche und private Vermögensplanung gehören deshalb bei einer Unternehmensnachfolge zusammen.

Sollte das Unternehmen vor der Nachfolge noch umstrukturiert werden?

Die historisch gewachsene Unternehmensstruktur ist nicht zwangsläufig die beste Struktur für eine Nachfolge.

Vor einer Übergabe kann deshalb beispielsweise geprüft werden, ob:

– operative und nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte getrennt werden sollten
– Immobilien anders strukturiert werden sollten
– Beteiligungen oder Tochtergesellschaften neu geordnet werden sollten
– eine Holdingstruktur sinnvoll sein kann
– einzelne Geschäftsbereiche getrennt oder zusammengeführt werden sollten.

Solche Maßnahmen sollten jedoch nicht kurzfristig unmittelbar vor einer Übertragung umgesetzt werden. Steuerliche Sperrfristen, Nachbehaltensregelungen und Auswirkungen auf spätere Transaktionen müssen frühzeitig berücksichtigt werden.

So kann eine Unternehmensnachfolge vorbereitet werden

 

Jede Nachfolge ist individuell. In der Praxis lässt sich die Vorbereitung jedoch häufig in sechs aufeinander aufbauende Schritte gliedern.

 

1

Ziele und Ausgangssituation klären

 

Wir betrachten persönliche Ziele, Familie, Unternehmensstruktur, Vermögenssituation und den gewünschten zeitlichen Rahmen.

 

2

Unternehmen bewerten

 

Eine belastbare Unternehmensbewertung schafft die Grundlage für Kaufpreis, Finanzierung, steuerliche Betrachtung und einen fairen Ausgleich zwischen Beteiligten.

 

3

Nachfolgemodell entwickeln

 

Familieninterne Übergabe, Management-Buy-out, Verkauf oder eine Kombination: Wir vergleichen die wirtschaftlichen, steuerlichen und persönlichen Folgen der möglichen Varianten.

 

4

Struktur und Steuern gestalten

 

Gesellschaftsstruktur, Vermögensaufteilung, Finanzierung und steuerliche Folgen werden auf das gewählte Nachfolgemodell abgestimmt.

 

5

Umsetzung vorbereiten

 

Verträge, Finanzierung, gesellschaftsrechtliche Maßnahmen und die operative Übergabe werden gemeinsam mit den beteiligten Beratern vorbereitet.

 

6

Übergabe begleiten

 

Auch nach der rechtlichen Übertragung können Übergangsphasen, Beteiligungen oder Beratungsfunktionen des bisherigen Unternehmers sinnvoll sein.

 

Was passiert, wenn es noch keinen Nachfolger gibt?

Ein fehlender Nachfolger ist kein Grund, die Planung aufzuschieben – im Gegenteil.

Wenn eine familieninterne Lösung nicht absehbar ist, sollte frühzeitig geprüft werden, ob das Unternehmen für einen externen Käufer attraktiv und übertragbar ist.

Dazu gehören beispielsweise:

– eine nachvollziehbare Unternehmensorganisation
– geringe Abhängigkeit vom bisherigen Inhaber
– belastbare Finanzinformationen
– dokumentierte Verträge und Prozesse
– eine zweite Führungsebene
– transparente Kunden- und Lieferantenstrukturen.

Ein gut vorbereitetes Unternehmen ist nicht nur leichter zu verkaufen – es ist häufig auch unabhängig von einer konkreten Transaktion organisatorisch stärker.

Zu spät beginnen

Steuerliche und gesellschaftsrechtliche Gestaltungen benötigen Zeit. Wer erst kurz vor der Übergabe beginnt, hat regelmäßig weniger Handlungsoptionen.

Unternehmenswert unterschätzen oder überschätzen

Emotionale Erwartungen und ein tatsächlich erzielbarer Marktwert können deutlich voneinander abweichen.

Nur auf Steuern schauen

Eine steuerlich optimale Gestaltung muss nicht automatisch wirtschaftlich oder familiär die beste Lösung sein.

Altersversorgung nicht mitplanen

Der Unternehmer sollte nach der Übergabe finanziell nicht von der zukünftigen Entwicklung des übertragenen Unternehmens abhängig sein, sofern dies nicht bewusst gewollt ist.

Nachfolger nicht rechtzeitig einbinden

Führung, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse lassen sich häufig besser schrittweise übertragen.

Typische Fehler bei der Unternehmensnachfolge

Die beste Nachfolgelösung ist nicht die mit der niedrigsten Steuer – sondern die, die Unternehmen, Unternehmer und Familie langfristig trägt.

Wann sollte man mit der Unternehmensnachfolge beginnen?

Einen allgemein richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Bei mittelständischen Unternehmen ist es jedoch häufig sinnvoll, sich mehrere Jahre vor der geplanten Übergabe erstmals strukturiert mit dem Thema zu beschäftigen.

Je komplexer Unternehmensstruktur, Vermögen und Familienverhältnisse sind, desto wichtiger ist dieser Vorlauf.

Ein früher Start bedeutet dabei nicht, dass unmittelbar etwas übertragen werden muss. Der erste Schritt besteht vielmehr darin, mögliche Nachfolgeszenarien zu kennen und das Unternehmen so zu strukturieren, dass später echte Wahlmöglichkeiten bestehen.

Nachfolgestrategie

Wir strukturieren gemeinsam mit Ihnen mögliche Nachfolgemodelle und vergleichen deren wirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen.

siehe Unternehmensnachfolge

Unternehmensbewertung

Als Wirtschaftsprüfer unterstützen wir bei der belastbaren Bewertung des Unternehmens und der Einordnung unterschiedlicher Bewertungsanlässe.

Steuerliche Gestaltung

Wir analysieren Schenkung- und Erbschaftsteuer, Einkommensteuer sowie mögliche gesellschaftsrechtliche und steuerliche Strukturmaßnahmen.

Unternehmensstrukturen und Umwandlungen

Falls erforderlich prüfen wir, ob die bestehende Unternehmensstruktur für die geplante Nachfolge angepasst werden sollte.

siehe Unternehmensstruktur & Umwandlung

Familieninterne Übergabe

Wir begleiten die schrittweise oder vollständige Übertragung auf die nächste Generation und beziehen Versorgung, Kontrollrechte und Vermögensausgleich ein.

Unternehmensverkauf

Ist eine familieninterne Nachfolge nicht gewünscht oder möglich, unterstützen wir bei der Vorbereitung und Strukturierung eines Unternehmensverkaufs.

Was KJP bei der Unternehmensnachfolge übernimmt

Ihre Ansprechpartner

Werner Krieft
Diplom-Betriebswirt
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

Fon: 05241.40307-0
krieft(at)kjp-web.de

Milomir Jolović
Diplom-Kaufmann
Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)

Fon: 05241.40307-0
jolovic(at)kjp-web.de

Sie möchten Ihre Unternehmensnachfolge frühzeitig vorbereiten?

Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen Ausgangssituation, Unternehmenswert und mögliche Nachfolgemodelle und zeigen auf, welche steuerlichen und strukturellen Entscheidungen rechtzeitig getroffen werden sollten.

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